Design Story

Back to the Future: Historische Meilensteine

23. Januar 2025

Seit seiner Gründung 1875 spielt das Museum für Gestaltung Zürich eine bedeutende Rolle in der Förderung und Sichtbarmachung von Grafik, Design, Handwerk und angewandter Kunst. Vom ersten Ausstellungshaus über die Eröffnung der Gewerbeschule bis hin zu bedeutenden Sammlungs- und Architekturprojekten prägt das Museum bis heute die Schweizer Kulturlandschaft. 2025 feiert das Museum sein 150-jähriges Bestehen – ein Anlass, um die Geschichte dieses einzigartigen Hauses zu würdigen.

2025

150-Jahr-Jubiläum Museum für Gestaltung Zürich 

Das 150-Jahr-Jubiläum wurde mit einem reichhaltigen Programm begangen, darunter die Eröffnung der neuen Dauerausstellung Swiss Design Collection. Zudem wurden Teile des Sammlungsarchivs erstmals dauerhaft zugänglich gemacht. Ein verstärkter Fokus auf die Digitalisierung und der Zugang zu den Sammlungen werden die interaktive und zukunftsorientierte Ausrichtung des Museums weiter stärken.

2019

Übernahme des Pavillons Le Corbusier 

Das Museum für Gestaltung Zürich gewann den Wettbewerb der Stadt Zürich für den Inhalt und den Betrieb des Pavillons Le Corbusier und eröffnete ihn nach umfassender Sanierung als öffentliches Museum. Der Pavillon ist ein Meisterwerk der Architektur und und der letzte Bau des grossen Architekten.

Modernes zweistöckiges Gebäude mit grossem Dach bei Abenddämmerung.
2018

Renovierung und Wiedereröffnung des Hauptgebäudes

Das Hauptgebäude an der Ausstellungsstrasse wurde Ende 2014 zwecks umfassender Renovation geschlossen und 2018 wiedereröffnet. Das Ziel war, den einzigartigen Charakter des Gebäudes zu erhalten, es jedoch gleichzeitig zeitgemässen Museumsstandards anzupassen. Die Ausstellungshalle mit ihren charakteristischen Stützen wurde wieder in ihren historischen, doppelgeschossigen Zustand zurückversetzt. Im Untergeschoss entstanden zwei neue Ausstellungsräume.

Video: schwarzpictures.com
2017

Rückgabe Museum Bellerive

Mit neuen Ausstellungsflächen und dem neuen Sammlungszentrum im Toni-Areal endet die Ausstellungstätigkeit im Museum Bellerive. Das Haus Bellerive ist heute Standort des ZAZ Zürcher Architekturzentrum. 

2014

Eröffnung des Toni-Areals als neuer Standort 

Gemeinsam mit der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) sowie der  Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) zog das Museum ein in den zum Campus transformierten, ehemals grössten Milchverarbeitungsbetrieb Europas. Nach langjährigen Bemühungen gelang es dem Museum am neuen Standort, seine auf verschiedene Gebäude verteilten Sammlungsbestände endlich unter einem Dach und unter idealen konservatorischen Bedingungen zu vereinen. 

Moderner Bürogebäudekomplex mit Strassenszene und blauem Himmel.
Toni-Areal, Foto: Regula Bearth
Eingang zum Museum für Gestaltung - Schaudepot mit grosser Glasfront.
Museum für Gestaltung Zürich Toni-Areal, Eingangsbereich
Lagerregale voller Stühle und Möbel im Schaudepot des Museum für Gestaltung Zürich beim Toni-Areal.
Museum für Gestaltung Zürich, Toni-Areal, Sammlungsarchive, Foto: Christine Benz
2012

Anfang einer internationalen Tournee

Mit Endstation Meer – das Plastikmüll Projekt konzipiert das Museum eine Wanderausstellung zur Nutzung von Kunststoff im Alltag und zur Vermüllung der Meere. Die Ausstellung kann in der Folge in 33 Städten auf 4 Kontinenten gezeigt werden.

Kunstinstallation mit Müllhaufen in Galerie.
Endstation Meer – das Plastikmüll-Projekt, Ausstellungsansicht
2008

Gründung Freundeskreis des Museums

Der Freundeskreis ermöglicht die kontinuierliche Förderung und Erweiterung der Sammlung des Museums. Die Editionen des Freundeskreis werden zu einem wesentlichen Standbein seiner Unterstützungsmöglichkeiten.

2002

Digitalisierung der Sammlung

Das Museum beginnt, seine Sammlungsbestände digital zu erfassen und auf eMuseum.ch zu publizieren. Heute sind über 125 000 Objekte online abrufbar.

2000

Trägerschaft geht an den Kanton Zürich 

Die Trägerschaft des Museums und der HGKZ wurde von der Stadt Zürich auf den Kanton Zürich übertragen.

1989

Erweiterung der Industriedesignsammlung

Das Museum erweitert seine Sammlung im Bereich Produktdesign mit einem Fokus auf Schweizer Design und inkludiert bedeutende Designobjekte aus den USA und Japan. Diese Erweiterung stärkt die internationale Strahlkraft des Hauses und konsolidiert seine Stellung als bedeutendste Schweizer Institution im Bereich Design.

1987

Gründung der Produktdesignsammlung 

Das Museum erweiterte seine Sammlung im Bereich Produktdesign und inkludierte bedeutende Entwürfe mit Bezug zur Schweizer Designgeschichte.

1986-1995

Harte Zeiten 

Die offene Drogenszene auf dem Platzspitz und dem Bahnhof Letten brachte das Museum in eine schwierige Lage. Mitarbeitende und Publikum mussten zeitweise von der Tramstation zum Museum eskortiert werden.

1968

Eröffnung des Museum Bellerive

Als zweiter Standort wurde das Museum Bellerive am Zürichsee eröffnet, das sich auf Kunsthandwerk fokussierte. Mit Erika Billeter erhielt das Haus erstmals eine Direktorin. Der Ausstellungsbetrieb endete im Februar 2017 mit der Rückgabe des Museum Bellerive an die Stadt Zürich.

Historisches Gebäude des Museums Bellerive mit Bäumen im Hintergrund.
Museum Bellerive, Foto: Thomas Hussel, Baugeschichtliches Archiv Zürich
Kriegsjahre 1939-1945

Isolation und Kooperation

Während der Kriegsjahre war das Kunstgewerbemuseum Zürich von den Nachbarländern isoliert und arbeitete vor allem mit den Gewerbemuseen Basel und Winterthur zusammen. Es wurden kulturgeschichtliche Lehrausstellungen zu Alltagsobjekten gezeigt.

1933

Einzug in das neue Gebäude an der Ausstellungsstrasse 

Das Museum und die Kunstgewerbeschule zogen in ein neues Gebäude an der Ausstellungsstrasse 60, das von Adolf Steger und Karl Egender entworfen wurde. Es gilt als typisches Beispiel für die moderne Architektur des « Neuen Bauens » und prägt das Industriequartier bis heute.

Historisches Gebäude mit Uhr und Baum im Vordergrund.
Kunstgewerbemuseum und -schule, Ausstellungsstrasse, 1933
Kunstgewerbemuseum mit Auto davor.
Aussenansicht des Museum für Gestaltung Zürich, Ausstellungsstrasse
Innenansicht einer grossen, modernen Ausstellungshalle mit Vitrinen und Kunstwerken.
Die Ausstellungshalle mit offener Galerie in ihrer ursprünglichen Form, Museum für Gestaltung Zürich, Ausstellungsstrasse
1920er-Jahre

Fokus auf modernes Design

Das Museum setzte verstärkt auf moderne Designströmungen und kunsthandwerkliche Entwicklungen des 20. Jahrhunderts. Direktor Alfred Altherr richtete innert zwei Jahren mehrere Ausstellungen zu zeitgemässer Formgebung aus, darunter Das Neue Heim (1926/28), Form ohne Ornament (1927), Neues Bauen (1928) und Die Norm (1928).

Plakat mit Text 'Das Neue Heim', Ausstellung Zürich 1926.
Das Neue Heim, 1926
Typografisches Poster mit Text zur Ausstellung im Gewerbemuseum Zürich.
Walter Käch, Form ohne Ornament, 1927
Plakat für Ausstellung im Kunstgewerbemuseum Zürich, 1928.
Theo Ballmer, Neues Bauen, 1928
Plakat mit Text über Normen-Ausstellung im Kunstgewerbemuseum Zürich 1928.
Ernst Mumenthaler, Die Norm, 1928
Plakat mit Schriftzug DAS NEUE HEIM für Ausstellung in Zürich 1928.
Ernst Keller, Das Neue Heim, 1928
1910er-Jahre

Jugendstil als Sammlungsschwerpunkt

In den 1910er-Jahren verlagerten sich die Sammlungsschwerpunkte auf den Jugendstil und die Arts-and-Crafts-Bewegung, mit bedeutenden Werken von Künstlern wie William Morris und Emile Gallé. Der damalige Direktor, der Belgier Jules de Praetere, zeigte grosse Begeisterung für diese Epoche. Es gelang ihm, das Museum neu zu positionieren und in der Gesellschaft zu verankern.

«Der Belgier Jules de Praetere war der Direktor, der den gesamten alten historistischen Kram der Kunstgewerbesammlung verkaufte. De Praetere nahm den Erlös, fuhr nach Paris und kaufte im grossen Stil und mit viel Kompetenz exquisiten Jugendstil ein. Das war mutig! Aus heutiger Sicht unvorstellbar. Heute stammt aber beinahe unsere gesamte Jugendstilsammlung aus dieser Aktion. Das war eine der grossen Initialzündungen des Museums.»

Christian Brändle, Direktor
 
 

1907

Umbenennung in Kunstgewerbemuseum Zürich

Das Museum erhielt 1907 offiziell den Namen « Kunstgewerbemuseum Zürich », um sein internationales Profil zu schärfen. 

1902

Schliessung des Museums – Ausstellungsräume gesperrt

Aufgrund einer veralteten Mustersammlung und fehlender politischer Unterstützung wurden die Ausstellungsräume des Museums für fast vier Jahre geschlossen. In dieser Zeit wurde das Museum gezwungen, neue Sammlungsstrategien zu entwickeln, um zukunftsweisende Werke zu integrieren.

1900er-Jahre

Aufbau der Grafiksammlung 

In den 1900er-Jahren begann das Museum gezielt mit dem Aufbau einer Grafiksammlung, die unter anderem in der Lehre als Anschauungsmaterial diente.

1898

Umzug ins Schweizerische Landesmuseum in Zürich 

Wegen Platzmangels zog das Museum 1898 in den Ostflügel des neu errichteten Landesmuseums. Dort blieb es bis 1933 und konnte dank der zusätzlichen Räumlichkeiten seine Sammlungen erweitern und die Ausstellungsf lächen vergrössern.

Menschenmenge bei einer Zeremonie vor einem historischen Gebäude.
Einweihung Schweizerisches Landesmuseum, Zürich, 1898, Foto: Adolf Moser, Baugeschichtliches Archiv Zürich
1878

Eröffnung der Gewerbeschule Zürich 

Die Gewerbeschule wurde als integraler Bestandteil des Museums gegründet und spielte fortan eine entscheidende Rolle in der Ausbildung gestalterischer Berufe. Der erste Schultag war am 3. Mai 1878. Später entwickelte sie sich zur Kunstgewerbeschule, zur Hochschule für Gestaltung und Kunst (HGKZ) und 2007 schlussendlich zur Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK).

1.11.1875

Gründung des Gewerbemuseum Zürich 

Das Gewerbemuseum Zürich wurde mit dem Ziel gegründet, Kunsthandwerk und angewandte Kunst zu fördern und als Lehrstätte für Design und Kunsthandwerk zu dienen. Am 1. November 1875 öffnete das Museum erstmals seine Türen in den Gebäuden Friedensgasse 5 und 7. Es bot eine kleine Sammlung, ein Lesezimmer und ein Auskunftsbüro.