Pop-up

Spätestens um 2000 fegt eine frische Brise durch die niederländische Grafikwelt: Die oftmals in routinierte Langeweile verfallene Werbegrafik, am Computer generiert, wird durcheinander gewirbelt von jungen Gestaltenden. Im Auftrag von etablierten Kulturinstitutionen ebenso wie der Underground-Szene und in grosser kreativer Freiheit entwerfen sie farbenfrohe, fantasievolle Arbeiten. Vermeintliche gestalterische Regeln und Gesetze werden ignoriert, Individualismus grossgeschrieben, die Grenzen zur sogenannten freien Kunst souverän überschritten. Viele Plakate zeigen illustrative Ansätze, digitale Mittel und Programme werden höchstens als Hilfsmittel und nicht als Selbstzweck eingesetzt. Die sorgfältige Reproduktion ihrer Plakate, häufig im leuchtenden Siebdruck, begleiten die Grafikerinnen und Grafiker an der Druckpresse, meist legen sie auch selbst Hand an. Während die einen Plakate bildgewaltig-lustvoll daherkommen, zeigen andere ein virtuoses Spiel mit Mustern und Ornamenten, das aus der Zweidimensionalität ausbricht. Experimentelle Typografie ergänzt die komplexen Kompositionen. Diese Plakate sind so immer auch ein Manifest gegen die Schnelllebigkeit.
Bereits seit dem Jahr 2000 werden in den Schaufenstern des zentral gelegenen Gebäudes der Schweizerischen Nationalbank in Zürich thematisch ausgewählte Plakate aus den reichen Beständen der Plakatsammlung des Museum für Gestaltung Zürich präsentiert. Die Plakate können in den Fenstern des Erdgeschosses entlang des Stadthausquais, der Börsenstrasse und der Fraumünsterstrasse besichtigt werden.
