Jahresbericht 2025

Vorwort

2025 feierte das Museum für Gestaltung Zürich sein 150-jähriges Bestehen. Das besondere Jahr war geprägt von einem breit gefächerten Ausstellungsprogramm, einer bedeutenden räumlichen Weiterentwicklung und zahlreichen Jubiläumsaktivitäten. Inhaltlich spannte das Museum den Bogen von den Tiefen der Vergangenheit bis in eine spekulative Zukunft. An allen drei Standorten verzeichnete es gesamthaft über 120 000 Eintritte. 

Themen im Fokus

Das Museum versteht sich mit seinen Aktivitäten als Forum, Archiv und Labor zugleich. Seine Kernprozesse Ausstellen, Sammeln, Vermitteln, Publizieren und Forschen verbindet es mit strategischen Entwicklungsfeldern wie Nachhaltigkeit, Inklusion und Digitalisierung. Ein besonderer Schwerpunkt lag 2025 auf dem 150-Jahr-Jubiläum.

Jubiläum: 150 Jahre

Das 150-Jahr-Jubiläum des Museums wurde unter dem Motto «everyday design» mit Ausstellungen und Aktivitäten über das ganze Jahr hinweg begangen.  

Ein Höhepunkt der Feierlichkeiten war die Eröffnung der neuen Dauerausstellung Swiss Design Collection Mitte April im Toni-Areal, begleitet von einem Festwochenende; einen weiteren Akzent setzte die Plakatausstellung am Zürichsee mit 150 Plakatperlen aus der Sammlung.

Nachhaltigkeit

Ausstellung «Wasser. Gestaltung für die Zukunft», Museum für Gestaltung Zürich, Toni-Areal

Das Museum pflegt eine Betriebskultur der Nachhaltigkeit und leistet mit seinen Aktivitäten einen Beitrag zur Sensibilisierung und Überzeugung der Öffentlichkeit für einen ökologisch, sozial und ökonomisch nachhaltigen gesellschaftlichen Wandel. 

Aufgewendete Ressourcen wurden dazu kritisch hinterfragt und gezielt reduziert: etwa im Ausstellungsbau durch umfassendes Recycling sowie smarte, wiederverendbare Strukturen, in der Organisation durch die Minimierung von Flugreisen und Transporten und im gastronomisches Angebot durch eine konsequent vegan-vegetarisches Ausrichtung . Darüber hinaus wurden weitere Ansätze der Kreislaufwirtschaft umgesetzt – von der Eventorganisation bis zur Entwicklung neuer Shop-Produkte.

Inklusion

Hands-on-Führung für Menschen mit und ohne Behinderung

Das Museum versteht sich als offenes Haus für alle und richtet sein Programm an einem vielfältigen Publikum aus. Entsprechend stellt es ein breitgefächertes Angebot für Menschen mit und ohne Behinderungen, für unterschiedliche Altersgruppen sowie für Personen verschiedener kultureller Hintergründe zusammen. 

Ein Fokus der Inklusionsarbeit wurde auf die Zugänglichkeit der neuen Dauerausstellung gelegt. Diese wurde unter anderem durch Texte in einfacher Sprache, integrierte Videos in Gebärdensprache, Hands-on-Führungen sowie einer Kinderspur erweitert. Der freie Eintritt am Donnerstagabend und ein wöchentliches, kostenloses offenes Atelier für alle eröffneten neue Zugänge für ein diverses Publikum. Über den museumseigenen Inklusionsnewsletter wurden inklusive Angebote kommuniziert. Zudem machte die Ginto-App detaillierte Informationen zur Zugänglichkeit der drei Standorte verfügbar.

Digitalisierung

Digitaler Guide zur Ausstellung «Susanne Bartsch – Transformation!»

Das Museum nutzt technologische Möglichkeiten, um seinen Auftrag als Ort des Wissens, des Bewahrens und des Vermittelns wahrzunehmen. 

Mit der Weiterentwicklung seiner digitalen Angebote, insbesondere der Website, eröffnete das Museum neue Zugänge zu Gestaltung und Design. Von der technischen Infrastruktur über organisatorische Prozesse bis hin zu den Ausstellungsinhalten und Vermittlungsprogrammen experimentierte das Team mit neuen Technologien wie Künstlicher Intelligenz und setzte digitale Werkzeuge gezielt ein.

Sammeln

Die grösste Designsammlung der Schweiz wuchs weiter. Mit der neu angelegten Dauerausstellung konnten die Bestände in bislang unerreichtem Umfang für das Publikum zugänglich gemacht werden; zugleich unterstrichen internationale Leihanfragen die hohe Bedeutung der Sammlung.

Neu in der Sammlung

Die Bestände wurden gezielt hinsichtlich der verschiedenen Sammlungsprofile erweitert.

Design

Unbekannt, Gemüsehobel Spar-Fix, 1950er-Jahre, CH
Hans Hauser, Stuhl (Modell), um 1960, CH
Diego Bally, Gepäckträger, Apollo, 1996, CH
Jürg Brühlmann, Verteilbatterie (Schnittmodell), 2001, CH
Playmobil Swiss, Migros Kasse - Playmobil Mania, 2024, CH
Luigi Colani, Mantel Swissair Uniform, 1990, CH
Fabric Frontline, Foulard Graffiti, 1980er-Jahre, CH
Stefanie Thalmann, Stiefelette, 2018/19, CH
Julian Zigerli, Schuh, 2024, CH
Alpa Capaul & Weber AG, Alpa 12 SWA oder WA (Plastilin Modell), 1997/98, CH
Alpa Capaul & Weber AG, Alpa 12 SWA oder WA (Holz Modell), 1996/97, CH
Schreibmaschine, M-Office, 1970er-Jahre, CH

Grafik

El Lissitzky, Hendrikus Theodorus Wijdeveld, Wendingen, Nr. 11, 1921, Zeitschrift, De Hooge Brug, NL
El Lissitzky, Kurt Schwitters, Merz, Band 2, Nr. 8/9, 1924, Zeitschrift, Merzverlag, DE
Hubertus Design, Zukunft, Juli 2023, Zeitschrift mit Veranstaltungsprogramm, CH
Veronika Schäpers, Pjöngjang, Nordkorea im September 2018, 6 Klick-Fernseher mit Fotografien, 2019, DE
Nelly Rudin, Freier Logoentwurf, Geigy, 1952/53, CH
Jean Walther, Inseratentwurf, TWA, 1958/59, US
Rosmarie Tissi, Linetoset – 50th Anniversary Edition of Sinaloa & Sonora, Letraset-Specimen, Lineto, 2024, CH
Anna Monika Jost, Techne, No. 11, 1999, Umschlagentwurf für Fachzeitschrift, Centre de recherche et de restauration des musées de France, C2RMF, FR
Terry Jones, i-D Magazine, No. 54, 1988, Zeitschrift, Levelprint Ltd, GB
Madeleine Stahel, Bärenschlaf. Eine Geschichte über Epilepsie, Buch, Trotz Allem Verlag, 2025, CH
Müller-Brockmann + Co, Signaletik, Theater am Stadtgarten Winterthur, 1971–1979, CH
Thomas Cugini, Modefotografie, Bally, 1970er-Jahre, CH
Thomas Cugini, DU-Reportage Spörrli Ballet, Opernhaus Zürich, 1991, CH

Kunstgewerbe

Lissy Funk, Vorstudie, Der geheime Fisch, vor 1965, CH
Lissy Funk, Textilentwurf, undatiert, CH
Bernhard Schobinger, Armreif, Gift, 2000/2019, CH
Jeanne-Odette Claudévard, Wandbehang, Miroir interférentiel, 1977, CH
Corinne Odermatt, Textilobjekt, One Day We Will Part I, 2016, CH
Akris, Abendkleid, Thomas Ruff, 2014, CH
Plisseebrennerei, Jupe, Bricks, 2025, CH
Sasha Haettenschweiler, Bikini, splash, ab 1996, CH
Rüdiger Schlömer, Decke, ABC Blanket – Umsetzung der Schrift «Knit Grotesk», 2025, CH
Vrendli Amsler, Flechtdecke, 2018, CH
Rüdiger Schlömer, Pullover, Hebemaschen als Raster – Umsetzung der Schrift «Calcula», 2025, CH

Plakat

Feixen / Felix Pfäffli, Südpol – Chet Faker, 2013. CH
Violette Rosset, Grand bal suisse du cinéma – Lausanne-Palace, 1929, CH
Jean Walther, Geeft heden nog uw opdracht – Sterk door werk, 1936, NL
Radovan Jenko, Najemnina – The Rent, 2007, SI
Marilyn Manser, I Loved them Girls... – Frauenkino Xenia, 1989, CH
Heinz Handschick, Fünfzig Stufen zur Gerechtigkei, 1969, DD
Fortunato Depero, Citrus – Rivista della camera,1927, IT
unbekannt, Women Tractor Drivers, um 1970, CN
Armando Milani, React - Speak – Less Words – More Actions to Survive..., 2021, IT
Ronald Curchod, Bach – L'orgue, 2010, FR
Atsuki Kikuchi, Sally Scott. 10632 Ohio: 4741-9842. No Dogs. Two Cats, 2016, JP
Ruf Lanz Werbeagentur, Am 11. Mai ist Muttertag – Hiltl, 2025, CH

Leihgaben

Objekte aus der Sammlung wurden an diverse nationale sowie internationale Institutionen ausgeliehen.

Konservieren und restaurieren

Zur langfristigen Erhaltung der Sammlungsbestände wurden Restaurierungen an verschiedensten Objekten inhouse sowie in Kooperation mit externen Expert:innen durchgeführt.

Ausstellen

Von Textil über Fashion, von Produktdesign und Grafik bis hin zu Architektur und Kunst – das Ausstellungsprogramm im Jubiläumsjahr umfasste vielfältige Disziplinen der visuellen Kultur und setzte verstärkt auf interaktive Formate und die Integration digitaler Medien. Immer mit dem Ziel, Gestaltung aus möglichst vielseitigen Perspektiven kritisch zu befragen.

Making-of: Aufbau der Ausstellungen

Das Museum richtet seine Ausstellungen an ein diverses Publikum. Bei der Entwicklung der ganz unterschiedlichen Szenografien spielten gezielte Massnahmen in den Bereichen Inklusion und Nachhaltigkeit eine zentrale Rolle. Der Aufbau und die Einrichtung aller Ausstellungen wurden inhouse von einem engagierten Team realisiert.

«Man muss sich nur einmal vergegenwärtigen, welche Bedeutung Design in unserem Alltag hat: Die Kleider, die wir tragen, das Tram, in das wir steigen, das Buch, das wir lesen – all das ist gestaltet worden. Design ist die DNA unserer Gesellschaft.»

Christian Brändle, Direktor

Ausstellungen

«Ein Museum mit Tiefgang. Wir staunten ob der Vielfalt der verschiedenen Ausstellungen. […] Das Museum ist auch für Familien mit Kindern […] bestens geeignet.»

Dorothée Zumstein, Google-Rezension – 5/5 Sterne

Pop-ups

Vermitteln

Mit breit angelegten Vermittlungsaktivitäten setzte das Museum analog und digital Akzente in den Feldern Designvermittlung, partizipative Ausstellungspraxis, Inklusion und kulturelle Teilhabe.

Veranstaltungen

Inklusives Outreach-Projekt «Le Corbusier on the Road», Foto: Tonia Bollmann
Schulklasse in der «Swiss Design Collection»
Frau und Kind benutzen das «StuhlTool» in der «Swiss Design Collection»
Siebdruck Drop-in «Achtung, fertig, losgedruckt» im Rahmen von Her Game Culture
Schöne Grüsse von der Josi! Grafik-Workshop auf der Josefwiese

«Top Sache für einen entspannten Sonntag, wir waren in der Ausstellung [und] im offenen Atelier, hat Spass gemacht!»

S L, Google-Rezension – 5/5 Sterne

Eröffnung Zurich Design Weeks 2025, Foto: Nora Dal Cero
Osomo Horizontal Concert, Foto: Corinne Portmann
Preisverleihung «Die Besten 2025», Foto: Niklaus Spoerri

Publizieren

Im Kontext der Sammlung, der Ausstellungen und des Jubiläums gab das Museum mehrere Publikationen und Editionen heraus. In Zusammenarbeit mit wechselnden Gestalter:innen entstanden überzeugende, mitunter prämierte Plakatkampagnen und das neu lancierte digitale Story-Format ermöglichte einen unmittelbaren und persönlichen Zugang zu Designgeschichten. Das Museum und seine Ausstellungen wurden in zahlreichen Artikeln wichtiger Medien besprochen. 

Publikationen

DU. 150 Jahre Museum für Gestaltung Zürich
Resist! Poster Collection 37
Schriften, Lettering, Écritures
König Hirsch
King Stag
Vers une architecture: Reflexionen
Vers une architecture: Reflexions

«Das Museum für Gestaltung Zürich hat über eineinhalb Jahrhunderte hinweg die Designlandschaft nicht nur geprägt, sondern auch gezeigt, wie sehr Gestaltung Teil unseres Lebens ist. Mit einem Jubiläumsjahr, das Geschichte und Innovation verbindet, bleibt das Museum seinem Leitgedanken treu: Design ist nicht nur Kunst, sondern ein prägender Bestandteil unserer Kultur und unseres Alltags.»

Tagblatt, 29.1.2025
 

Dank

Das Museum durfte auch im Berichtsjahr auf die essenzielle Unterstützung langjähriger Partnerschaften zählen. Bedeutende Förderungen ermöglichten darüber hinaus die Umsetzung gezielter Projekte in den Bereichen Sammeln, Ausstellen und Vermitteln. 

Allen Beteiligten danken wir herzlich für ihr wertvolles Engagement.

Team

Ein grosser Dank gilt dem gesamten Museumsteam sowie den zahlreichen externen Beteiligten für ihren grossartigen Einsatz.

Impressum

Herausgeberin
Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Projektleitung und Konzept
Serge Germann, Clelia Kanai / Museum für Gestaltung Zürich

Redaktion
Serge Germann / Museum für Gestaltung Zürich

Korrektorat
Regula Kreis / Museum für Gestaltung Zürich

Video
schwarzpictures.com

Bildnachweis
Soweit nicht anders angegeben, stammen Abbildungen aus der Sammlung des Museum für Gestaltung Zürich / Medien- und Informationszentrum der Zürcher Hochschule der Künste

Veröffentlichung
April 2026

Der Jahresbericht 2025 ist in reduzierter Form ohne multimediale Inhalte als Pdf zum Download verfügbar.